Was kostet Manuelle Therapie auf Rezept?
Eine Behandlung Manuelle Therapie kostet auf Rezept 35,59 Euro. Davon tragen Sie 10 Prozent, das sind 3,56 Euro je Behandlung. Dazu kommt ein fester Betrag von 10 Euro je Rezept. Diese Preise gelten seit dem 1. Januar 2026 in jeder Praxis in Deutschland.
Ab dem 1. Januar 2027 steigt der feste Betrag auf 15 Euro je Rezept. Das hat ein Gesetz vom 24. Juli 2026 so festgelegt. Die 10 Prozent je Behandlung bleiben gleich.
Ihr Anteil liegt zwischen 20,68 Euro für ein Rezept über 3 Behandlungen und 109,08 Euro für 18 Behandlungen auf drei Rezepten ab 2027. Für 6 Behandlungen zahlen Sie 31,36 Euro, ab 2027 sind es 36,36 Euro. Bekommen Sie zu jeder Behandlung eine Warmpackung dazu, steigt Ihr Anteil auf 41,08 Euro.
| Was auf dem Rezept steht | Preis insgesamt | Ihr Anteil bis Ende 2026 | Ihr Anteil ab 2027 |
|---|---|---|---|
| 3 Behandlungen | 106,77 Euro | 20,68 Euro | 25,68 Euro |
| 6 Behandlungen | 213,54 Euro | 31,36 Euro | 36,36 Euro |
| 6 Behandlungen mit je einer Warmpackung | 310,50 Euro | 41,08 Euro | 46,08 Euro |
| Zweites Rezept über 6 Behandlungen wegen derselben Beschwerden | 213,54 Euro | 31,36 Euro | 36,36 Euro |
| 18 Behandlungen auf drei Rezepten | 640,62 Euro | 94,08 Euro | 109,08 Euro |
Wann gibt es Manuelle Therapie auf Rezept?
Ihre Ärztin kann Manuelle Therapie verordnen, wenn Sie Beschwerden an der Wirbelsäule haben oder an Armen, Beinen und Becken. Dazu zählen zum Beispiel blockierte Wirbel, Verschleiß, Arthrose, Verletzungen und die Zeit nach einer Operation.
Auf dem Rezept steht dafür ein Kürzel für Ihre Art von Beschwerden, WS für die Wirbelsäule und EX für Arme, Beine und Becken. Fachleute nennen dieses Kürzel Diagnosegruppe. Es legt fest, wie viele Behandlungen auf ein Rezept passen.
Auf einem Rezept stehen höchstens 6 Behandlungen. Üblich sind bis zu 18 Behandlungen wegen derselben Beschwerden, also drei Rezepte. Braucht es mehr, darf Ihre Ärztin weitere Rezepte ausstellen, ohne dass Sie bei der Kasse etwas beantragen müssen.
Manuelle Therapie und Krankengymnastik dürfen auf demselben Rezept stehen. Ihre Ärztin teilt die Termine dann auf, zum Beispiel 4 Termine Krankengymnastik und 2 Termine Manuelle Therapie. Bis zu drei verschiedene Behandlungsarten passen so auf ein Rezept, und den festen Betrag zahlen Sie trotzdem nur einmal.
Diese Fragen helfen beim Termin in der Arztpraxis:
- Welches Kürzel steht auf dem Rezept, und passt es zu meinen Beschwerden?
- Wie viele Behandlungen stehen darauf, und wie oft pro Woche soll ich kommen?
- Was soll die Behandlung erreichen, und woran merken wir, dass es klappt?
- Was mache ich, wenn die Beschwerden während der Behandlungen stärker werden?
Wie läuft eine Behandlung mit Manueller Therapie ab?
Manuelle Therapie ist eine Einzelbehandlung mit den Händen. Die Therapeutin bewegt Gelenke und Wirbel gezielt und behutsam, ohne ruckartigen Stoß, und behandelt Muskeln und Bindegewebe mit gezielten Griffen. So sollen sich Gelenke und Wirbelsäule wieder besser bewegen, und Schmerzen sollen nachlassen.
Die Behandlung zielt auf Störungen, die sich zurückbilden können. Ein versteiftes oder zerstörtes Gelenk wird dadurch nicht wieder wie neu. Dann arbeitet die Therapeutin an Muskeln und Bändern rund um das Gelenk und daran, dass Sie im Alltag besser zurechtkommen.
Ein Termin dauert 15 bis 25 Minuten. Diese Zeit haben Krankenkassen und Berufsverbände in ihrem Vertrag festgelegt. Ansonsten gelten die üblichen Regeln für Physiotherapie auf Rezept, etwa 28 Tage bis zum ersten Termin.
1. Ihre Ärztin stellt das Rezept aus
Ab dem Ausstellungsdatum haben Sie 28 Tage Zeit für den ersten Termin.
2. Sie wählen eine Praxis mit Erlaubnis für Manuelle Therapie
Ohne diese Erlaubnis der Krankenkassen zahlt die Kasse nicht, auch bei gültigem Rezept.
3. Beim ersten Termin untersucht Sie die Therapeutin
Sie prüft Beweglichkeit, Muskeln und Schmerz und plant die Behandlung.
4. Sie kommen so oft, wie es auf dem Rezept steht
Mehr als 14 Tage Pause zwischen zwei Terminen braucht einen Grund, den die Praxis auf dem Rezept notiert.
5. Die Praxis meldet sich bei Ihrer Ärztin, wenn es nicht vorangeht
Erreicht die Behandlung ihr Ziel nicht, unterbricht die Praxis, und Ihre Ärztin entscheidet, wie es weitergeht.
Manuelle Therapie gibt es nur in Praxen mit Erlaubnis
Für Manuelle Therapie braucht eine Physiotherapeutin eine Weiterbildung, die über ihre Ausbildung hinausgeht. Erst wenn die Praxis diese nachweist, erlauben ihr die Krankenkassen, Manuelle Therapie mit ihnen abzurechnen.
Die Weiterbildung umfasst mindestens 260 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten und endet mit einer Prüfung. In dieser Form gilt das seit dem 1. Juni 2026.
Fragen Sie deshalb schon am Telefon danach, denn Zusätze im Praxisnamen sagen darüber nichts aus. Wer Manuelle Therapie auf Kassenrezept abrechnet, hat die Weiterbildung nachgewiesen.
Was unterscheidet Manuelle Therapie von Chirotherapie und Osteopathie?
Die drei Begriffe werden oft verwechselt. Sie unterscheiden sich darin, wer behandelt, wie behandelt wird und wer zahlt.
Manuelle Therapie gibt eine Physiotherapeutin auf ärztliches Rezept. Chirotherapie heißt bei Ärzten Manuelle Medizin und ist eine Zusatzausbildung für Fachärztinnen und Fachärzte. Dazu gehören 120 Stunden Grundkurs und 200 Stunden Aufbaukurs, und die Ärztin lernt dabei auch schnelle, ruckartige Griffe, die man oft Einrenken nennt.
Osteopathie ist in Deutschland keine Kassenleistung auf Rezept. Manche Kassen zahlen aber freiwillig einen Zuschuss, und was Osteopathie kostet, legt jede Praxis selbst fest. Den Zuschuss dürfen die Kassen auch ab 2027 zahlen, denn das neue Gesetz streicht nur Zuschüsse für Homöopathie und anthroposophische Medizin.
| Frage | Manuelle Therapie | Chirotherapie | Osteopathie |
|---|---|---|---|
| Wer behandelt? | Physiotherapeutin mit Erlaubnis der Kassen | Ärztin mit Zusatzausbildung | kein einheitlich geregelter Beruf |
| Welche Ausbildung? | mindestens 260 Unterrichtsstunden Weiterbildung | Facharzt plus 120 Stunden Grundkurs und 200 Stunden Aufbaukurs | Empfehlungen der Verbände, keine bundesweite Regel |
| Wie wird behandelt? | sanftes, gezieltes Bewegen ohne Ruck und Griffe an den Muskeln | Bewegen, schnelle ruckartige Griffe und Übungen | in keiner Richtlinie der Krankenkassen beschrieben |
| Wer zahlt? | Krankenkasse, Sie zahlen die Zuzahlung | Krankenkasse als Teil der Arztbehandlung | Sie selbst, manche Kassen geben einen Zuschuss |
| Was brauchen Sie? | ärztliches Rezept | einen ärztlichen Grund für die Behandlung | je nach Kasse eine ärztliche Bescheinigung |
Was kostet Manuelle Therapie ohne Rezept?
Ohne Rezept zahlen Sie die Behandlung selbst, und die Praxis legt den Preis fest. Eine feste Gebührenordnung gibt es dafür nicht. Laut dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten sind Praxen bei Privatpatienten nicht an feste Sätze gebunden.
Einen Anhaltspunkt gibt die Beihilfe des Bundes für Beamte. Sie erkennt für Manuelle Therapie höchstens 34,80 Euro je Behandlung an. Einen Preis schreibt dieser Betrag der Praxis aber nicht vor.
Weiß die Praxis, dass keine Kasse die Kosten ganz übernimmt, muss sie Ihnen den voraussichtlichen Preis vorher schriftlich nennen. Eine E-Mail genügt dafür.
Ohne Rezept kann außerdem Umsatzsteuer auf den Preis kommen. Steuerfrei ist Physiotherapie in der Regel nur mit dem Rezept einer Ärztin oder eines Heilpraktikers oder als Teil einer Vorsorge oder Reha.
- Fragen Sie nach dem Preis je Termin und ob die Umsatzsteuer schon enthalten ist.
- Lassen Sie sich Preis und Zahl der geplanten Termine schriftlich geben.
- Fragen Sie Ihre Ärztin, ob ein Rezept möglich ist. Dann zahlen Sie nur die Zuzahlung statt des vollen Preises.
- Sind Sie privat versichert, klären Sie vorher, wie viel Ihr Tarif je Behandlung erstattet.
Häufige Fragen
Wie viele Behandlungen Manuelle Therapie stehen auf einem Rezept?
Höchstens 6 Behandlungen Manuelle Therapie stehen auf einem Rezept. Üblich sind insgesamt bis zu 18 Behandlungen wegen derselben Beschwerden, also drei Rezepte. Reicht das nicht, darf Ihre Ärztin weitere Rezepte ausstellen, ohne dass die Kasse zustimmen muss.
Worin unterscheidet sich Manuelle Therapie von Chirotherapie?
Manuelle Therapie gibt eine Physiotherapeutin auf ärztliches Rezept, Chirotherapie gibt eine Ärztin selbst. Die Physiotherapeutin bewegt Gelenke und Wirbel sanft und ohne Ruck. Eine Ärztin mit Zusatzausbildung Chirotherapie lernt auch schnelle, ruckartige Griffe.
Kann Manuelle Therapie zusammen mit Krankengymnastik auf einem Rezept stehen?
Ja, Manuelle Therapie und Krankengymnastik dürfen auf demselben Rezept stehen. Ihre Ärztin teilt die Termine dann auf, zum Beispiel 4 Termine Krankengymnastik und 2 Termine Manuelle Therapie. Den festen Betrag von 10 Euro zahlen Sie trotzdem nur einmal je Rezept.
Wie lange dauert eine Behandlung Manuelle Therapie?
Eine Behandlung Manuelle Therapie dauert 15 bis 25 Minuten. So steht es im Vertrag der Krankenkassen mit den Praxen. Verordnet Ihre Ärztin eine Doppelbehandlung, bekommen Sie zwei Behandlungen am Stück, aber nicht mehr Behandlungen auf dem Rezept.
Zahlt die Krankenkasse Manuelle Therapie ohne Rezept?
Nein, ohne ärztliches Rezept zahlt die Krankenkasse keine Manuelle Therapie. Sie zahlen die Behandlung dann selbst, und die Praxis legt den Preis fest. Vorher muss sie Ihnen den voraussichtlichen Preis schriftlich nennen.
