Was macht eine Sportphysiotherapeutin anders?
Eine Praxis für Sportphysiotherapie behandelt vor allem Sportverletzungen. Sie begleitet Sportlerinnen und Sportler außerdem zurück ins Training und in den Wettkampf. Das Wort auf dem Praxisschild ist aber kein geschützter Titel, und niemand prüft, ob es zur Erfahrung der Praxis passt.
Eine geregelte Zusatzausbildung gibt es trotzdem. Der Deutsche Olympische Sportbund, kurz DOSB, vergibt die DOSB-Lizenz Sportphysiotherapie. Wer sie hat, hat nach der Ausbildung zur Physiotherapeutin oder zum Masseur einen Grundkurs gemacht und mindestens 2 Jahre im Beruf gearbeitet. Danach folgen 4 Wochenkurse und am Ende eine Prüfung.
Zu diesen Kursen lässt der DOSB vor allem Fachleute zu, die Spitzensportler betreuen, etwa Nationalteams oder Olympiastützpunkte. Viele Praxen mit Sport im Namen haben deshalb niemanden mit dieser Lizenz im Team. Fragen Sie im Zweifel direkt in der Praxis nach.
Wollen Sie nach einer Verletzung zurück in den Wettkampfsport?
Brauchen Sie einen Test vor der Rückkehr zum Sport?
Dann lohnt sich eine Praxis mit Erfahrung in Ihrer Sportart. Fragen Sie vorher nach der Qualifikation und dem Preis des Tests.
Für die Behandlung auf Rezept reicht jede zugelassene Praxis. Der Name auf dem Schild spielt dafür keine Rolle.
Dann spielt das Wort Sportphysiotherapie für Sie keine Rolle. Wichtig ist, dass die Praxis Ihre Beschwerden behandeln darf und kann.
Wer bezahlt Sportphysiotherapie auf Rezept?
Ihre Krankenkasse zahlt nicht für Sportphysiotherapie, sondern für die Behandlung auf Ihrem Rezept. Das ist etwa Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Krankengymnastik am Gerät. Wie die Praxis heißt und welche Zusatzausbildung die Therapeutin hat, ändert daran nichts.
Deshalb zahlen Sie überall die gleiche Zuzahlung. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Rezept. Ab Januar 2027 steigt der feste Betrag auf 15 Euro je Rezept. Für Physiotherapie auf Rezept gilt diese Regel in jeder zugelassenen Praxis.
Was Sie in der Sportphysiotherapie selbst zahlen
Praxen für Sportphysiotherapie bieten oft Leistungen an, die keine Krankenkasse übernimmt. Eine feste Preisliste gibt es dafür nicht, jede Praxis legt ihre Preise selbst fest. Die Beispiele reichen von 5 bis 15 Euro für ein Kinesio-Tape bis 45 bis 70 Euro für 30 Minuten private Behandlung. Den Tape-Preis nennt eine einzelne Praxis, den Preis für die private Behandlung eine Praxis im Raum Rosenheim.
| Leistung | Was dahintersteckt | Preis |
|---|---|---|
| Kinesio-Tape | Dehnbares Klebeband auf der Haut | 5 bis 15 Euro je Tape, Beispiel einer Praxis |
| Sportmassage | Massage zur Erholung oder vor einer Belastung | nach Zeit, als Anhalt 45 bis 70 Euro für 30 Minuten |
| Return-to-Sport-Test | Prüfung vor der Rückkehr in den Wettkampf nach einer Verletzung | auf Anfrage |
| Bewegungsanalyse | Auswertung von Laufen oder Springen per Video oder Sensor | auf Anfrage |
| Athletiktraining | Training für Kraft und Koordination ohne Rezept | nach Zeit |
Ist absehbar, dass keine Krankenkasse zahlt, muss die Praxis Ihnen den Preis vorher in Textform nennen. Das heißt auf Papier oder per E-Mail. Eine mündliche Ansage am Empfang reicht nicht. Fragen Sie außerdem Ihren Verein, ob er sich an einem teuren Test beteiligt.
Sportphysiotherapie-Praxis vor dem ersten Termin prüfen
Für eine Behandlung auf Rezept muss die Praxis bei den Krankenkassen zugelassen sein. Für manche Behandlungen braucht sie zusätzlich eine eigene Erlaubnis, etwa für Manuelle Therapie oder Krankengymnastik am Gerät. Steht so etwas auf Ihrem Rezept, fragen Sie bei der Terminvereinbarung danach.
- 1. Nennen Sie am Telefon Ihre Sportart und Ihr Ziel, etwa zurück ins Fußballtraining nach einer Kreuzband-OP.
- 2. Fragen Sie, wer Sie behandelt und wie viel Erfahrung diese Person mit Ihrer Verletzung hat.
- 3. Fragen Sie nach einer DOSB-Lizenz oder nach Fortbildungen für Ihre Sportart.
- 4. Lassen Sie sich alle Extras mit Preis vor dem ersten Termin auf Papier oder per E-Mail geben.
- 5. Klären Sie früh, ob am Ende ein Return-to-Sport-Test geplant ist und was er kostet.
Bei einer normalen Behandlung auf Rezept zählt vor allem die Zulassung. Wollen Sie nach einer schweren Verletzung zurück in den Wettkampf, zählt zusätzlich die Erfahrung mit Ihrer Sportart. Die Therapeutin muss die Belastung dann Woche für Woche passend steigern. Das gelingt leichter, wenn sie vergleichbare Fälle schon oft begleitet hat.
Häufige Fragen
Zahle ich in einer Praxis für Sportphysiotherapie mehr zu?
Nein, in einer Praxis für Sportphysiotherapie zahlen Sie auf Rezept die gleiche Zuzahlung wie überall. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Rezept, ab Januar 2027 plus 15 Euro. Mehr zahlen Sie nur für Extras, die Sie selbst wählen, etwa Kinesio-Tape.
Ist Sportphysiotherapeut ein geschützter Titel?
Nein, Sportphysiotherapeut ist kein geschützter Titel, und jede Praxis darf das Wort Sportphysiotherapie verwenden. Eine geregelte Zusatzausbildung ist zum Beispiel die DOSB-Lizenz Sportphysiotherapie des Deutschen Olympischen Sportbunds. Fragen Sie in der Praxis, ob jemand im Team diese Lizenz hat.
Bekomme ich in der Sportphysiotherapie automatisch einen Return-to-Sport-Test?
Nein, einen Return-to-Sport-Test bekommen Sie in der Sportphysiotherapie nicht automatisch. Der Test gehört nicht zur Behandlung auf Rezept, deshalb zahlen Sie ihn selbst. Vereinbaren Sie Test und Preis vor Beginn der Behandlung.
Zahlt die Krankenkasse Kinesio-Tape in der Sportphysiotherapie?
Nein, Kinesio-Tape gehört nicht zu den Behandlungen, die die Krankenkasse auf Rezept zahlt. Das gilt auch in einer Praxis für Sportphysiotherapie. Eine Praxis nennt als Preis 5 bis 15 Euro je Tape.
Welche Erfahrung sollte eine Sportphysiotherapeutin vor der Rückkehr in den Wettkampf haben?
Eine Sportphysiotherapeutin sollte Erfahrung mit Ihrer Sportart und mit Ihrer Verletzung haben. Fragen Sie nach einer DOSB-Lizenz oder nach Fortbildungen im Sport. Fragen Sie auch, ob die Praxis sich mit Ihrer Ärztin abstimmt.
